Die folgende nutzerfreundliche Studienzusammenfassung von Katharina von Garnier ist unter dem Titel „Intensivsportarten als ergotherapeutische Maßnahme bei Kriegsveteranen mit posttraumatischem Stresssyndrom und Depression am Beispiel von „Ozeantherapie“ in der Zeitschrift ergoscience (ergoscience 2015; 10(3): 126–8) veröffentlicht und wurde dem DVE freundlicherweise vom Schulz-Kirchner Verlag für die EBP-Datenbank zur Verfügung gestellt. Zum Einstellen in die Datenbank musste der DVE redaktionelle Änderungen vornehmen. Die Original-Studienzusammenfassung, wie sie in der ergoscience erschienen ist, können Sie über https://www.skvshop.de/de/ beziehen.
Über die Hälfte aller Erkrankungen von US-amerikanischen Kriegsveteranen aus Einsätzen in Afghanistan und dem Irak sind seelischer Natur (U. S. Department of Veterans Affairs, 2012). Ein Fünftel aller Kriegsveteranen leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) (Seal, Bertenthal, Miner, Sen & Marmar, 2007). Diese Störung geht oft mit einer Depression einher (Gros, Price, Magruder & Frueh, 2012). Beide Diagnosen führen unter anderem zu sozialem Rückzug und damit abnehmenden menschlichen Beziehungen, geringerer seelischer Belastbarkeit und vermindertem Vertrauen in die eigene Stärke und Leistungsfähigkeit (Pietrzak, Johnson, Goldstein, Malley & Southwick, 2009). Ein weiteres Anzeichen ist eine erhöhte Risikobereitschaft, die manche Veteranen zu riskantem Verhalten wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Suchtmittelmissbrauch oder Aggressionen verleitet, um Gefühle wie „Unbesiegbarkeit“ oder Kick-Erlebnisse wie einen Adrenalinrausch zu erfahren (Elbogen, Wagner, Fuller, Calhoun & Kinneer, 2010; Killgore et al., 2008). Intensivsportarten wie Wellenreiten, Snowboarden oder Bergklettern bieten eine sozial akzeptierte Option, um solche Verhaltensweisen bzw. Verhaltenswünsche auszuleben (Diehm & Armatas, 2004). Kriegsveteranen, die nach ihrem Einsatz in das zivile Leben zurückfinden möchten, erleben bei der Ausübung dieser Sportarten bestimmte, ihnen aus dem militärischen Leben vertraute Anforderungen: Sie müssen sich physisch und psychisch verausgaben, um in einer nicht berechenbaren Handlung und Umwelt bestehen zu können (Morgan et al., 2001). Die hier vorgestellte Studie für Menschen mit PTBS ist eine der ersten Studien überhaupt, die zeigen, inwieweit die Anwendung von Intensivsportarten hilfreich oder durchführbar ist, um oben genannte Symptome zu mildern (Lawrence, De Silva & Henley,2010).
Die Studie untersuchte, ob eine sportorientierte Ergotherapie hier mit dem Fokus auf Wellenreiten (Surfen) als Ergänzungsbehandlung zu anderen medizinischen Maßnahmen bezogen auf Kriegsveteranen mit PTBS und Depression durchführbar ist. Die Studie wollte zwei Fragen beantworten:
Erklärungen der EBP-Fachbegriffe finden Sie im Glossar.
Keyword 1: Kriegsveteranen
Keyword 2: Posttraumatische Belastungsstörung
Keyword 3: Ozeantherapie
Weitere: Depression, depressive Episode/Depression, depressive Symptomatik, ergotherapeutische Interventionen, Ergotherapie, Erwachsene, Kriegsveteranen, Ozeantherapie, Posttraumatische Belastungsstörung, Reduktion von Symptomen, Sport, Surfen, Symptomatik, Symptombelastung