Inhalt
Neu
2014  |  SR/MA  |  EBP-ID: 22113

Gartenarbeit als Therapie für Schizophrenie

Liu Y, Bo L, Sampson S et al. Horticultural therapy for schizophrenia. Cochrane Database of Systematic Reviews 2014; 5: CD009413. DOI:10.1002/14651858.CD009413.pub2. doi.org/10.1002/14651858.CD009413.pub2.

Laienverständliche Zusammenfassung (Plain Language Summary, PLS)

Gartentherapie basiert auf dem therapeutischen Wert der Teilnahme an Gartenarbeit, wie z. B. Anbau von Obst oder Gemüse und/oder Blumen. Es wird angenommen, dass Gärtnern, als eine erholsame und gesellige Aktivität, das menschliche Wohlbefinden verbessert, indem es das Denken positiv beeinflusst, zu neuen Freundschaften und mehr positiven Emotionen führt. Auch Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, wie z. B. Schizophrenie, können einen Nutzen aus dem Gärtnern ziehen. Gartenarbeit reduziert Stress, was wichtig ist, da Stress oft zu psychischen Erkrankungen führen kann. Gärtnern ist zudem harte Arbeit und eine körperliche Aktivität. Daher motiviert sie Menschen mit psychischen Erkrankungen, die sich oft erschöpft und antriebslos fühlen. Eine Gewichtszunahme ist bei Menschen mit psychischen Erkrankungen weit verbreitet und Gärtnern ist ein gutes körperliches Training.
Da 5 % bis 15 % der Menschen mit Schizophrenie unter Symptomen leiden, obwohl sie antipsychotische Medikamente einnehmen und weil diese Medikamente auch Nebenwirkungen haben, kann Gartentherapie für diese Menschen wertvoll sein.

Dieser Review befasst sich mit den Wirkungen von Gartentherapie auf Menschen mit Schizophrenie. Eine elektronische Suche nach relevanten randomisierten Studien wurde im Januar 2013 durchgeführt. Nur eine Studie wurde eingeschlossen, die 24 Menschen mit Schizophrenie randomisierte, die entweder die Standardtherapie plus Gartentherapie oder ausschließlich die Standardtherapie erhielten. Die Studie dauerte nur 2 Wochen (10 aufeinanderfolgende Tage) ohne Langzeit Nachbeobachtung. Es gibt nur wenige Ergebnisse und die Qualität der Evidenz wurde von den Review-Autoren als sehr geringeingestuft. Einige der Informationen aus dieser einen Studie favorisieren die Gartentherapie. Aber es gibt unzureichende Evidenz, um irgendwelche Schlussfolgerungen zum Nutzen oder Schaden der Gartentherapie bei Menschen mit Schizophrenie ziehen zu können. Größere, besser durchgeführte und dokumentierte Studien sind erforderlich, um die Alltagswirksamkeit und die Vorteile von Gartentherapie zu bestimmen.

Diese laienverständliche Zusammenfassung wurde von einem Verbraucher, Ben Gray, Service-Nutzer und Service-Nutzer-Experte, Rethink Mental Illness, verfasst.

Übersetzung

C. Meiling, R. Oltman, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Deutschen Cochrane Zentrums. Quelle: http://www.cochrane.org/de/CD009413/gartenarbeit-als-therapie-fur-schizophrenie (15.05.2017).

Quelle: http://www.cochrane.org/de/CD009413/gartenarbeit-als-therapie-fur-schizophrenie

DVE-Mitgliedern steht nach dem Login eine genauere Zusammenfassung des gesamten Cochrane-Reviews zur Verfügung.

Hinweis zu den Fachbegriffen

Erklärungen der EBP-Fachbegriffe finden Sie im Glossar.

Keywords

Keyword 1: schizophreniforme Erkrankung

Keyword 2: Schizophrenie

Keyword 3: Gartentherapie

Weitere: allgemeine Funktionsfähigkeit, andere Intervention, Ansprechen auf die Therapie, Cochrane Systematic Review, emotionales Wohlbefinden, ergotherapeutische Interventionen, Ergotherapie, Erwachsene, Gartenarbeit, Gartenbau / Ackerbau, Gartentherapie, gemischte schizoaffektive Störung, Kontextfaktoren, körperliche Fitness, Lebensqualität, mentale Gesundheit, mentales Wohlbefinden, Negativsymptomatik, paranoide Schizophrenie, Patient:innenzufriedenheit, personbezogene Faktoren (ICF), Positivsymptomatik, Psychiatrie/Psychosomatik/Sucht, psychische Erkrankung, psychische Gesundheit, psychisches Wohlergehen, psychische Verfassung, Psychose, Reduktion von Symptomen, schizoaffektive Erkrankung, Schizophrenie, schizophreniforme Erkrankung, schizotype Erkrankung, Standardversorgung, Symptomatik, systematischer Review, Verhalten, wahnhafte Erkrankung, Wahnvorstellungen, Wohlbefinden, Zusammenfassung in einfacher Sprache / Plain Language Summary (PLS)

Filter

Diagnose(n)/Symptomatik

Psychische/psychosomatische Erkrankungen, Verhaltensstörungen
  • Psychosen (z.B. Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen)

Altersgruppe(n)

  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • ältere/alte/(hoch-)betagte Menschen

Zielgruppe(n)

  • Patient:innen/Klient:innen

Interventionen

Sonstige Interventionen
  • Andere Therapien (z.B. Aroma-, Licht-, Musiktherapie, Therapie mit Tieren, NLP, profilax)

Berufsgruppe(n)

  • Ergotherapie beteiligt
DVE-Studienzusammenfassung erstellt von: © Sabine George und © Helga Ney-Wildenhahn, 2026